So erstellt ihr die Druckdaten

Wie gestalte ich das Abibuch richtig?

Außer einigen Auserwählten dürften herzlich wenige Leute sich mit den technischen Voraussetzungen für eine gute Druckvorlage auskennen. Dennoch habt ihr schon tausende Ideen für euer Abibuch gesammelt und den begabtesten Grafiker eurer Stufe unter Vertrag gestellt? Aber wie soll es weiter gehen? Mit welchen Programmen arbeitet man am besten? Und wie funktionieren die? Worauf muss man beim Layout erstellen achten, damit man am Ende keine bösen Überraschungen erlebt? Um das herauszufinden, bieten wir euch hier Tipps und Tricks, wie ihr schnell und sicher zu einer guten Druckvorlage für euer Abibuch kommt. Abschließend stellen wir euch die noch einige praktische Software-Pakete zum richtigen Arbeiten vor. Also lest euch durch den Stoff und ran ans Werk!

 

Inhalt:

  1. Format
  2. Beschnitt
  3. Sicherheitsabstand
  4. Farbmodus
  5. Schriften einbetten
  6. Auflösung
  7. Software-Empfehlungen

 

Das Format

Die meisten Abibücher haben ein DinA4-Format, was einer Fläche von 210 x 297 mm entspricht. Für den Druck benötigt die Druckerei das entsprechende A4-Überformat. Das bedeutet ihr müsst die Datei zu allen Seiten größer anlegen. Dieser Beschnittrand wird benötigt, damit die Grafik für alle Fälle groß genug ist.

Für ein Softcoverbuch reicht es wenn ihr dem Umschlag, Buchrücken und den Innenseiten an allen Seiten 3 mm Beschnittrand hinzufügt. Das A4-Überformat wäre dann also 216 x 303 mm.

Beim Hardcoverumschlag werden ganze 25 Millimeter Beschnittrand benötigt, da der bedruckte Umschlag noch um die Kanten der Hardcoverpappe herumgeschlagen wird. Das A4-Überformat für das Cover eines Hardcoverbuches entspricht demnach 260 x 347 mm.

 

Der Beschnitt

Nicht freistehende Motive oder Hintergründe, also welche die bis an den Rand der Seite gehen sollten, müsst ihr auch bis an den Rand der Überformat-Datei legen. Das hat den Grund, dass selbst die besten Schnittmaschinen auch mal um einen Millimeter verrücken können und damit zwischen Seitenrand und dem Motiv oder Hintergrund ein weißer, sonderbar aussehender Streifen entsteht.

Aber Vorsicht, denn ihr solltet keine wichtigen Motive oder Bilder von Personen auf den Überformatrand legen, wenn diese nicht ganz sicher abgeschnitten werden sollen. Es könnte euch später jemand übel nehmen, wenn er auf eurem Abschlussfoto nur noch als halber Arm zu sehen ist.

 

Sicherheitsabstand

Alle freistehenden Motive und besonders Schriftzüge sollten einen Mindestabstand von 5 Millimetern zum fertigen Format (A4) haben. Auch hier haben die teuersten Schneidemaschinen einen Verwacklungsfaktor von 1-2 Millimetern, was ein harmonisches Gesamtbild doch sehr stören könnte.

 

Farbmodus

Ihr solltet eure Datei von Anfang an in einem CMYK-Farbmodus anlegen. CMYK steht für die Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und Black mit der alle industriellen Druckmaschinen arbeiten. So stellt ihr sicher, dass eure ursprünglich gedachten Farben auch beibehalten werden und sich nicht durch irgendwelche Konvertierungen verändern. RGB-Farben (Rot, Gelb, Blau) werden im CYMK-Modus beispielsweise anders abgebildet. Seiten in Schwarz-Weiß werden in Graustufen konvertiert, was kaum einen Unterschied macht.

 

Schriften einbetten

Habt ihr in eurer Datei Schriften in einer bestimmten Art dargestellt, kann sich das beim schicken an die Druckerei leicht ändern. Sinnvoll ist es deshalb, die Funktion „Schrift einbetten“ zu benutzten. Jede Schrift hat eine bestimmte Zeichencodierung. Mit dieser Funktion werden diese Informationen „untrennbar“ mit der Datei verbunden und beim schicken mit übertragen.

 

Auflösung

Für euer Abibuch ist es wichtig nur das Beste vom Besten zu nehmen. So auch eure Bilder. Die Druckerei kann nichts für Verpixelungen, wenn eure Bilder keine ausreichende Auflösung hatten. Eure Bilder sollten daher mindestens eine Auflösung von 300 dpi (dots per inch) haben. Habt ihr besondere Schnappschüsse, die unter der dpi-Zahl liegen, die ihr aber unbedingt mit reinnehmen wollt, bietet es sich an mithilfe eines Grafikprogramms die dpi-Zahl zu erhöhen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Ein Grafikprogramm muss auch erst verstanden und vielleicht auch noch gekauft werden. Bei extrem schlecht aufgelösten Bildern ist es nicht zu empfehlen eine Modifizierung durchzuführen. Deswegen gilt dieser Ansatz als allerletzte Lösung. Versucht stattdessen lieber das Bild zu ersetzen.

 

Software-Empfehlungen

Auf dem Software-Markt gibt es eine riesige Vielfalt an Grafikprogrammen, die sicher alle mal mehr und mal weniger ihren Zweck erfüllen. Mit einem 30-Tage-Testzeitraum sind vor allem die Programme von Adobe wie zum Beispiel Adobe Photoshop, Indesign, Illustrator oder Corel Draw zu empfehlen. Am kostengünstigsten ist Adobe Scribus, dessen Vollversion kostenfrei ist und trotzdem eine Vielfalt von Möglichkeiten besitzt.

Aber auch alle anderen Programme laufen mit einer 30-Tage-Testversion, die ihr euch zunutze machen könnt. Bei manchen steht dabei aber nicht die Vollversion zur Verfügung. Mit Adobe Photoshop könnt ihr Bilder bearbeiten, retuschieren und vieles mehr. Auch lässt sich mit dem Programm die dpi-Zahl erhöhen. Mit Indesign habt ihr viele optische Möglichkeiten. Neben Transparenz-Einstellungen könnt ihr außerdem die optimalen Buchstaben-Abstände einstellen. Dateien von Photoshop können in Indesign übertragen werden und direkt aufgerufen werden.

Adobe Illustrator gibt euch die Möglichkeit aufwändige und vektorbasierte Grafiken und Zeichnungen zu gestalten. Zur Verfügung stehen euch dabei umfangreiche Werkzeuge wie Effekte oder Filter. Auch mit CorelDRAW Graphics könnt ihr mit Vektoren arbeiten und darauf basierende Zeichnungen und Grafiken erstellen. Das Programm bietet ein vollständiges Arsenal an Werkzeugen zur Erstellung von Designs und Bitemaps sowie zur Bildbearbeitung und -retuschierung und Animierung von Grafiken.

 

Wir hoffen wir konnten euch mit diesen Tipps einen Weg zur richtigen Layout-Gestaltung aufzeigen. Viel Erfolg und vor allem viel Spaß bei der Erarbeitung eurer ganz individuellen Abizeitung! Bei Fragen stehen wir euch darüber hinaus selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung…

 

 

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