Abendstudium – Ein Leitfaden

Anforderungen von Unternehmen an ihre potenziellen Mitarbeiter werden immer höher angesetzt und so ist neben einer soliden Ausbildung oft auch ein Studium Voraussetzung, um an den Traumjob zu gelangen. Berechtigterweise fragen sich deshalb immer mehr Auszubildende, ob ein Abendstudium für sie geeignet wäre. Zu Recht, denn wurden administrative Stellen früher bevorzugt an Mitarbeiter mit fundierter Berufserfahrung vergeben, so ist diese Qualifikation nun kein Garant mehr für eine atemberaubende berufliche Karriere. Heute richten sich Stellenanzeigen vermehrt auch an Studienabsolventen und folglich ist die Konkurrenz am Arbeitsmarkt nicht zu unterschätzen.

 

Das Abendstudium im Überblick

Als eine berufsbegleitende Studienform ist das Abendstudium perfekt für alle, die ihre berufliche Tätigkeit nicht aufgeben möchten oder können und sich akademisch weiter qualifizieren möchten. Vorlesungen finden in der Regel abends oder auch am Wochenende statt. Dies ist der einzige Unterschied zwischen einem Abendstudium und einem Vollzeitstudium an einer Präsenzuniversität. Festgelegte Wochentage für die Vorlesungen, die meist ab ca. 18 Uhr stattfinden, erleichtern die Zeiteinteilung für Berufstätige enorm.

Zeitlich bewegen sich die Kurse im Rahmen von 3-4 Stunden, logischerweise mit Pausen dazwischen. Private Dozenten und Universitätsprofessoren begleiten Studierende auf Ihrem akademischen Weg und bieten neben Klausurvorbereitungen und zusätzlichen Workshops auch verschiedene Seminare an. In einem Abendstudium können „Bachelor“ und “Master“ gemacht werden. Diese Abschlüsse werden genauso anerkannt wie die eines Vollzeitstudiums.

Das Abendstudium bietet den großen Vorteil, dass man in direktem Dialog mit seinen Kommilitonen und den Professoren steht. Außerdem bietet diese Form des Studiums auch ein „Campusleben“, da die Räumlichkeiten von Hochschulen oder Universitäten besucht werden müssen. Die Frage nach dem geeigneten Studiengang sollte im Vorfeld gut überlegt werden, da die Auswahl an wählbaren Fächern sehr umfangreich ist. Wer noch unschlüssig ist, sollte sich an Berater der Arbeitsagentur wenden oder sich bei bereits Studierenden erkundigen. Die beliebtesten Abendstudiengänge sind Informatik, BWL, Maschinenbau, Ingenieurwesen, Gesundheitswesen und Finanzwesen. Diese Aufzählung stellt aber lediglich nur einen kleinen Auszug aus den schier unendlichen Möglichkeiten der akademischen Weiterbildung per Abendstudium dar.

 

Vor- und Nachteile eines Abendstudiums

Als Absolvent eines Abendstudiums genießt man meist hohes Ansehen bei seinem jetzigen oder auch bei zukünftigen Arbeitgebern. Sie wissen die Anstrengungen und Mühen zu schätzen und wird ein erfolgreich absolviertes Abendstudium sogar mit einer Gehaltserhöhung oder einer Beförderung honoriert. Während einer Ausbildung ein berufsbegleitendes Studium zu belegen, bringt viele nicht zu unterschätzende Vorteile mit sich. Für den Fall, dass keine Chance auf Übernahme im ehemaligen Ausbildungsbetrieb steht, punktet man in den Bewerbungen mit hoher Einsatzbereitschaft und fundierten im Studium angeeigneten Wissen. Dieser akademische Grad könnte genau das Kriterium sein, um sich von den Mitstreitern abzuheben und folglich eine Zusage für den angestrebten Job zu bekommen. Ein Abendstudium vereint praktische Erfahrungen mit theoretischem Wissen und dies sind die besten Voraussetzungen für eine solide berufliche Karriere.

Selbstverständlich stellt solch eine berufsbegleitende Weiterbildung eine zusätzliche Belastung dar. Man muss nicht nur Zeit investieren, sondern auch Disziplin und Durchhaltevermögen besitzen und in Kauf nehmen, dass sich das Privatleben auf ein Minimum reduzieren könnte. Menschen, die leicht überfordert sind und ihren Tagesablauf schlecht strukturieren können, sollten sich die Entscheidung zu einem Abendstudium sehr gut überlegen. Es gilt nämlich immer im Hinterkopf zu behalten, dass ein Studium immer harte Arbeit erfordert. Wer sich in der Ausbildung befindet, sollte dem Arbeitgeber seine akademischen Ambitionen nicht verschweigen – auch wenn dies möglich wäre, denn ein Abendstudium ist nicht anmeldepflichtig. Besonders während der Ausbildung muss man nicht nur in der Arbeit 100 % Leistung erbringen, sondern auch den Stoff der Berufsschule lernen. Wenn dann noch ein Studium hinzukommt, stellt dies offensichtlich eine nicht zu unterschätzende Belastungsprobe dar. Nicht selten fallen Termine für Klausuren zusammen oder liegen nah beieinander und so muss der Urlaub bereits im Vorfeld gut geplant werden. Manchmal sind auch zusätzliche freie Tage notwendig, um das Lernpensum bewältigen zu können.

 

Geeignete Kandidaten für ein Abendstudium

Nicht jeder ist für ein berufsbegleitendes Studium geeignet. Enorme Leistungsbereitschaft, Stressresistenz und Durchhaltevermögen sind unabdingbar, wenn man diese Form der akademischen Weiterbildung ins Auge fasst. Es gilt stets, sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und an sich selbst zu glauben – auch wenn einem die Arbeit manchmal oft über den Kopf zu wachsen scheint. Wer mit diesem Druck umgehen kann, erhält eine grandiose Möglichkeit, sich neue berufliche Wege zu erschließen. Der Entschluss zu einem Abendstudium sollte jedoch immer wohl überlegt sein, denn es kostet nicht nur viel Zeit, Geld und vor allem kostbare Nerven.

 

Interessanten Weblinks zum Thema Abendstudium: